After a extensive tests and discussions around the functionality, potential and possible implications of the SchplitZing concept, we asked three of our collaborators to write a few sentences. We asked them to summarise their impression of the direct interaction with the system, both as authors and as readers, and to reflect on this way of working in a more general way:
Catherine Schelbert, Übersetzerin, 30 August 2010
Thoughts/imagery – simultaneous or linear? Crisscrossing but still linear? Superimposed but still linear? SchplitZing does something recommended by Ivan Illich (In the Vineyard of the Text) back in 1993: «...this is the appropriate moment to cultivate a variety of approaches to the page that have not been able to flourish under the monopoly of Scholastic reading.»
SchplitZing attempts to break down entrenched linear thinking that prevails no matter what we do, even on the Internet, even when we use hypertext, even when we are confronted with, say, an surmountable number of video hours of everyday life bombarding us from numerous monitors in Fischli/Weiss’s Arbeiten im Dunkeln (1995).
SchplitZing is the first working experiment I’ve ever seen in which a simultaneity is generated that could lead to genuinely unprecedented connections, combinations, crisscrossing and superimposition of ideas/ pictures.
Julie Harboe, Kunsthistorikerin & Kunstkritikerin, Leiterin FED Institut Kunst HSLU, 30. August 2010
In Zeiten der Informationstsunami gilt es für die Vermittlung und Interpretation von Haltungen und Daten (wie es zB die Geistes- wissenschaften an sich oder als «Hillfsinstrument» produziert) die Bedeutung der Information, sowie das Zusammenspiel der Quellen, so transparent und dynamisch wie möglich darzustellen. Das akademische Narrativ ist weitgehend als fortlaufender Argumentationsfaden (justierbar mit Fussnoten und Bibliographie) etabliert. Aber, ohne übermässig kritisch zu sein, ist es auch ersichtlich, dass diese Form im Kontext neuer Diskursräume oft eher Rückwirkend agiert. SchplitZing ist ein Tool das für die Verfasserin sowie das Publikum neue Möglichkeiten der Bearbeitung eröffnet. Es ist vor allem mehr als ein CMS. Das Layout bietet einerseits für die Bilder eine gleichwertige - vielleicht sogar höhere - Stellung als der geschriebene Text und andererseits wird der Prozess des «Webens» der Informationen mit Auswählen und Up-Loaden neu über das Material reflektiert. So wie collecthing und trails [thecafesociety.org] bietet SchplitZing eine weitere Möglichkeit über Informationsbearbeitung und das dringend notwendige eigenständige Positionieren einer Meinung nachzudenken.
Nadine Wietlisbach, Künstlerin und Kuratorin, 29. August 2010
«SchplitZing» funktioniert für mich zum Einen als Arbeitsinstrument und zum Anderen als Präsentationsplattform für meine Arbeit. In meiner künstlerisch-kuratorischen Praxis setze ich mich mit Raum, Atmosphäre und Szene auseinander. Das Spartenübergreifende interessiert mich nicht nur als Endprodukt, es bedeutet im Alltag eine Verknüpfung zwischen vielen unterschiedlichen Themen- und Aufgabenfeldern. Die Möglichkeit, mich auf SchplitZing in vier Feldern zu verorten hat sich, anfänglich als schwierig bis unmöglich, mit der Zeit als essentiell für meine Arbeits- und Denkweise entpuppt.
Im Moment ist meine Page www.nadinewietlisbach.com auf sehr simple Weise organisiert, dies hat mit der Lesbarkeit für das «Publikum» von aussen zu tun, es soll ein Eindruck entstehen, was ich mache und worum sich meine Arbeit dreht. Auch wenn die momentane Baustruktur nicht der Komplexität der Website zu entsprechen scheint ist sie doch funktional für meine Zwecke. Wenn ich neue Inhalte einfülle sieht alles anders aus, SchplitZing hilft mir auch, mehrschichtige Projekt-Gebilde vereinfacht darzustellen.
Für sic! Raum für Kunst, einen OFF-Raum für zeitgenössische Kunst in Luzern den ich seit 3 Jahren kuratiere und leite, wird SchplitZing neu ab Dezember 2010 verwendet. Für diesen Ort benötigen wir ein Tool, welches es zulässt schnell, auf Neuigkeiten zu reagieren und mit Text und Bildern arbeiten zu können. Die genaue Verknüpfung der vier Felder soll dabei immer wieder aufs Neue getestet werden, je nach Ausstellung werden alle vier Felder miteinander verknüpft um etwaige Verbindungen aufzuzeigen.